Die interdisziplinär angelegte Ringvorlesung Von Schildkröten und Lügnern - Paradoxien und Antinomien in den Wissenschaften soll das in allen Wissenschaften hoch brisante Thema der Paradoxien und Antinomien beleuchten.
Von einer Antinomie spricht man dann, wenn sich innerhalb eines Systems oder einer Theorie Gesetze, Regeln oder Maximen ableiten lassen, die sich widersprechen. Bei einem Paradoxon scheint es hingegen oft nur so. Ein Beispiel für ein Paradoxon, das auch außerhalb der Wissenschaft bekannt ist, ist der Satz:
Ich lüge gerade oder Diese Aussage ist falsch.

Auf solche — selbstverständlich meist viel komplexeren — Paradoxien hatte bisher fast jede Wissenschaft zu reagieren, sei es die Physik, die Mathematik, die Ökonomie oder die Philosophie. Meist sind Fragen nach dem Umgang mit Paradoxien in den jeweiligen Grundlagenforschungen der Wissenschaften wiederzufinden, bei manchen direkter (Mathematik, Philosophie) und bei anderen indirekter (Biologie, Ökonomie). Quine schreibt dazu: „More than once in history the discovery of paradox has been the occasion for major reconstruction at the foundations of thought“1

Die Ringvorlesung soll zur Aufgabe haben, den Hörerinnen und Hörern einige wissenschaftliche Lösungsansätze auf die folgenden Fragen zu geben:

  1. (a)  Was sind Antinomien und Paradoxien?

  2. (b)  Wo ist der Unterschied zwischen Antinomien und Paradoxien?

  3. (c)  Wie kommen Antinomien und Paradoxien zustande?

  4. (d)  Wie ist man in der Geschichte mit Antinomien und Paradoxien umgegangen?

  5. (e) Um was geht es bei der Lügner-Paradoxie?

  6. (f)  Welche Konsequenzen hat die Russell’sche Antinomie für eine Grundlegung der Mathematik?

  7. (g)  Was sind weitere berühmte Beispiele für Paradoxien?

  8. (h)  Welche Rolle spielen LogikerInnen bei der Auflösung von Paradoxien und Antinomien?

  9. (i)  Warum treffen Antinomien und Paradoxien jede Wissenschaft?

 

 

Die wissenschaftliche Relevanz und die Notwendigkeit zur interdisziplinären Suche nach Lösungen für Grundlagenfragen klärt sich dabei während der Ringvorlesung.

Die Ringvorlesung soll so konzipiert sein, dass nach einem ca. 50-minütigen Vortrag eine 40- minütige Diskussion zustande kommt.